Meditation ist …

 

Meditation ist meines Verständnisses nach Etwas „was erfahren werden muss“ und nicht vollständig erklärt werden kann. So wie alles Große nicht mit Worten erfasst werden kann. Dennoch ein Versuch aus der sprachlichen Herleitung des Begriffes:

MEDOMAI griechisch „sich üben“. Meditation kann also als eine andauernde beständig proaktiv praktizierte Aus-Übung bezeichnet werden.

Med bedeutet Messen, ein Maßnehmen an dem, was im jeweiligen Augenblick erforderlich ist, aus grösster Aufmerksamkeit und tiefem aber auch weitem Verständnis heraus.

Medomai ist gleichbedeutend mit dem hebr. Wort HAGA. Ein besinnliches, betrachtendes bleibendes Gewahrsein, wahrnehmend, verstehend, lernend und eine nie endende Praxis des Besinnen und Beten.

Dhyana, der Sanskritname, bedeutet ein Sinnen, Betrachten, Verstehen in Andacht.

In einer meditativen Haltung erfährt der Praktizierende

  • eine umfassende klare Wahrnehmung der tatsächlichen Gegebenheiten
  • ein grösstmögliches Verständnis für die involvierten Wesen und die Ursachenverkettung
  • einen Handlungsantrieb und eine Führung die aus einer übergeordneten Weisheit stammt.

Meditation ist also letztlich ein höherer Bewusstseinszustand der klaren Wahrnehmung aus dem keine reaktiven gemütsbedingten, sondern aktive verhältsmäßige Handlungen ergehen und die Methodik die dazu führt und darin hält.

Ein Zustand also, der göttlich erkennen lässt und menschlich fühlen und handeln lässt. Ein achsames Sein in Bewusstheit und Unbewusstheit.

 

Wolfgang Elija Kaschel

Dipl. Meditations- und Achtsamkeitslehrer, Dozent bei WIFI, KOKON – Raum zu erblühen